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  • Bilddatei-Nr. gm3120212560029
    © Germanisches Nationalmuseum Nürnberg - Rechte vorbehalten; color

 

Kostümentwurf für Fürstin Pauline Metternich

30923581|30923581


  • Hersteller:Franz Gaul, Kostümbildner

    Franz Gaul


    •  Maler; Zeichner; Aquarellmaler; Historienmaler; Karikaturist; Bildnismaler (Kostümmaler)
    • geboren:1837.07.29, Wien
    • gestorben:1906.07.03, Wien
    • zuerst erwähnt:
    • Schaffenszeit:1852-1906 in Österreich
    • zuletzt erwähnt:
    • tätig in:Wien
    •  Franz Gaul wurde am 29. Juli 1837 in Wien geboren und wuchs in St. Margareten, einem Vorort Wiens auf. Der Vater Franz (1802-1874) war ausgebildeter Graveur und leitete ab 1866 die Graveurakademie des Hauptmünzamtes. Wie sein älterer Bruder Gustav nahm Franz sein Studium am 8. April 1851 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien auf und wurde von dem Cornelius-Schüler Christian Ruben (1805-1875) zum Historienmaler ausgebildet. 1856 reiste er in Begleitung seines Bruders nach Oberitalien, im Jahr darauf nach Holland und Paris. In Frankreich lernte er den Militär- und Schlachtenmaler Horace Vernet (1789-1863) kennen. Unter dem Eindruck von Vernets Arbeiten vollendete er 1857 sein erstes Gemälde "Carl XII. und der Herzog von Holstein in der Schlacht bei Clisson" (Anm. 1). Seinen Ruf als Künstler begründeten jedoch Karikaturen, die er in Wiener Zeitungen wie "Der Floh", "Kikeriki" oder "Theaterfigaro" publizierte. 1859 bewarb sich Franz Gaul, der in Theaterkreisen als versierter Kostümkenner und Besitzer einer umfangreichen Sammlung von Kostümen und Kostümwerken bekannt war, vergebens um eine Anstellung als Kostümzeichner am Hofburgtheater. Trotz seiner Ablehnung begann er, selbständige Arbeiten für das Theater auszuführen. Dazu gehören das "Ludwig Löwe-Gedächtnisalbum" von 1858 (Anm. 2) und das "Wolteralbum" (Anm. 3). Letzteres enthält Kostümentwürfe für die Burgschauspielerin Charlotte Wolter (1834-1897). Diese Aquarelle, bei denen der Künstler noch eine Gesamtansicht mit Detailstudien kombinierte, zeigen seine anfänglich trockene und akademische Malweise. Sie lässt Vergleiche mit der Pinselführung eines Girolamo Franceschini (1820-1859) zu, der von 1849-1859 als Kostümbildner am Burgtheater engagiert war. Noch 1867 ist an der Kostümausstattung für Friedrich Halms Tragödie "Begum Somru", die Franz Gaul ein Jahr vor seiner offiziellen Bestellung an die Hoftheater als freier Mitarbeiter ausführte, die Anlehnung an die Formen- und Ausdruckssprache bereits etablierter Kostümzeichner ablesbar. Charakteristisch für diese Schaffensperiode Franz Gauls sind seine auffallend groß gezeichnete Figuren mit lang gezogenen Gliedmaßen. Die Gesichter arbeitet der Künstler noch lebensnah aus und folgt damit dem Stil von Albert Decker (1817-1871). - Ab dem 1. Juli 1868 arbeitete Gaul zunächst probeweise für ein Jahr an den Hoftheatern, woraus sich ein bis in das Jahr 1879 währendes Arbeitsverhältnis entwickelte. Damit beginnt Gauls produktivste Zeit, die in mehr als 2000 erhaltenen Kostümentwürfen dokumentiert ist. Franz Gaul begleitet 1869 die Hofoper bei ihrem Umzug in das neue Haus am Ring, das die Architekten Eduard van der Nüll (1812-1868) und August Sicard von Siccardsburg (1813-1868) erbaut hatten. Dieser Neubau an der Ringstraße bedingte umfassende Änderungen im Bereich des Ausstattungswesens. So musste, angepasst an die veränderten Raumverhältnisse und eine verbesserte Bühnentechnik, ein neuer Kostümfundus angelegt werden, dessen Gestaltung allein in Franz Gauls Händen lag. - Die folgenden Jahre waren geprägt von der Zusammenarbeit zwischen Gaul und Franz von Dingelstedt (1814-1881), der seit 1867 der Hofoper in Wien als Direktor vorstand. Dieser bekannte sich zur neuen Stilrichtung des Historismus, doch gab er dessen Prinzipien, wenn es sein Regiekonzept forderte, ohne Bedenken zu Gunsten visueller Effekte auf und spielte auch mit den symbolischen Konnotationen von Kostümen. Diese Arbeitsweise kam der seines Kostümzeichners entgegen, der seine Entwürfe zunehmend freier, weniger detailliert gestaltete. Im Jahr 1874 und 1875 arbeitet Franz Gaul an Projekten, für das die Wiener Hofoper auch den Maler Hans Makart (1840-1884) engagiert hatte. Gemeinsam entwickelten die beiden Künstler Kostüme für die Inszenierungen der "Arria und Messalina" und für die des "Tannhäusers" (Anm. 4). Am 30. Juni 1879 schied Franz Gaul, dem ein neues, größeres Arbeitsfeld in Aussicht gestellt wurde, vom Hofburgtheater aus und wechselte zur Hofoper, in deren Diensten er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1900 stand. Zu seiner Verpflichtung als "Kostüm-Maler" übernahm er dort die Leitung der technisch-administrativen Angelegenheiten des Hauses in der Funktion des "Oberinspectors und Vorstandes des Ausstattungswesens". Neben diesen Aufgaben verfasste Franz Gaul Ende des 19. Jahrhunderts erfolgreich Libretti für das Ballett. Diese Werke entstanden häufig in Gemeinschaft mit den Autoren Josef Hassreiter und Josef Bayer. (Anm. 5) Das Trio kreierte aufwendige Ausstattungsstücke, zu denen Publikumserfolge w. z. B. "Die Puppenfee" (1888) oder "Sonne und Erde" (1889) zu zählen sind. Franz Gauls Aktivitäten beschränkten sich jedoch nicht nur auf die Hoftheater. 1879 erhielt er anlässlich der Silberhochzeit von Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth einen prestigeträchtigen Auftrag: Nach Vorgaben von Alfred von Arneth (1819-1897), Direktor des Haus-, Hof- und Staatsarchivs, arrangierte er zusammen mit Hans Makart und Heinrich von Angeli (1840-1925) ein "Lebendes Bild". Sechs Szenen thematisierten die Geschichte des Hauses Habsburg und wurden im Palais des Erzherzogs Karl Ludwig von den Mitgliedern der kaiserlichen Familie aufgeführt (Anm. 6). Ende der achtziger Jahre betraute man den Kostümbildner im Zusammenhang mit den Plänen zur Gründung eines österreichisch-ungarischen Nationaltrachtenmuseums in Wien mit der Edition einer Photofolge, die in drei Bänden mit dem Titel "Österreichisch-ungarische National-Trachten" veröffentlicht wurde. (Anm. 7) Wahrscheinlich verhalf ihm diese Arbeit sowie seine hervorragende Kenntnis der Kostümkunde zu einem Folgeauftrag: 1893 publizierte Franz Gaul den Warenkatalog der Wiener Firma Loden-Plankl unter der Bezeichnung "Costüm-Album von National-Trachten und Typen für Damen". 1900 verließ Franz Gaul das Theater. Er sah sich zu diesem Schritt gezwungen, weil er sich nicht mit den Reformbestrebungen des Musiktheaters Gustav Mahlers (1860-1911), der seit 1897 als Direktor an der Hofoper fungierte, identifizieren konnte. Am 3. Juli 1906 verstarb Franz Gaul. Sein Nachlaß wurde ein Jahr nach seinem Tod von dem Wiener Kunstantiquariat Gilhofer u. Ranschburg verauktioniert. Der "Katalog einer hervorragenden Sammlung von Militär- und Civilkostümwerken und Kostümdarstellungen in Einzelblättern (XVI.-XIX. Jahrh.)" verzeichnete 2400 Nummern.
      (Anm. 1) Wurzbach, Constant von: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich, Bd. 5, 1859. - (Anm. 2) Graphische Sammlung des Österreichischen Theatermuseums, Wien, o. Inv.Nr. - (Anm. 3) Historisches Museum, Wien, Inv.Nr. 97.920-s.a. Wiener Theater. Bilddokumente 1660-1900 aus der Theatersammlung des Historischen Museums. Ausst.Kat. Historisches Museum 1971/72, Wien 1971/72, S. 61/62. - (Anm. 4) Zeh, Gisela: Das Bayreuther Bühnenkostüm, Reutlingen 1973. S. 42. - (Anm. 5) Hassreiter, Josef (1845-1940): Regisseur und Ballettmeister; Ausbildung am Kärntnertor-Theater; erste Engagements am Hoftheater München 1866-68 und Stuttgart 1868-70; 1890-91 Hofballettmeister, s. Santifaller, Leo: Österreichisches Biographisches Lexikon. 1815-1915, Bd. 2, Wien/Graz 1959, S. 205/206.-Bayer, Josef (1852-1913): Komponist, ab 1870 Mitglied des Hofopernorchesters; 1883-1913 Hofballettdirektor, s. Santifaller, Leo: Österreichisches Biographisches Lexikon. 1815-1915, Bd. 1, Wien/Graz 1957, S. 59. - (Anm. 6) Reissberger, Mara: Zum Problem künstlerischer Selbstdarstellung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts-Die lebenden Bilder, in: Zeman, Herbert (Hrsg.): Die österreichische Literatur. Ihr Profil im 19. Jahrhundert, Graz 1982, S. 741-769. - (Anm. 7) Österreichische Nationalbibliothek, Wien, Sign. 52832-C Alb. Ein Band umfasst jeweils 24 Blätter als Photograph wird J. Löwy, Wien vermerkt.- Das Österreichisch Biographische Lexikon. Bd. 1, o.O., 1957, S. 563 gibt 1881-86 als Entstehungszeitraum an.
    • Literatur:Thieme-Becker, Bd. 13, 1920
    • Normdaten:ULAN 500076322; GND 116467231
     

    Franz Gaul


    •  Maler; Zeichner; Aquarellmaler; Historienmaler; Karikaturist; Bildnismaler (Kostümmaler)
    • geboren:1837.07.29, Wien
    • gestorben:1906.07.03, Wien
    • zuerst erwähnt:
    • Schaffenszeit:1852-1906 in Österreich
    • zuletzt erwähnt:
    • tätig in:Wien
    •  Franz Gaul wurde am 29. Juli 1837 in Wien geboren und wuchs in St. Margareten, einem Vorort Wiens auf. Der Vater Franz (1802-1874) war ausgebildeter Graveur und leitete ab 1866 die Graveurakademie des Hauptmünzamtes. Wie sein älterer Bruder Gustav nahm Franz sein Studium am 8. April 1851 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien auf und wurde von dem Cornelius-Schüler Christian Ruben (1805-1875) zum Historienmaler ausgebildet. 1856 reiste er in Begleitung seines Bruders nach Oberitalien, im Jahr darauf nach Holland und Paris. In Frankreich lernte er den Militär- und Schlachtenmaler Horace Vernet (1789-1863) kennen. Unter dem Eindruck von Vernets Arbeiten vollendete er 1857 sein erstes Gemälde "Carl XII. und der Herzog von Holstein in der Schlacht bei Clisson" (Anm. 1). Seinen Ruf als Künstler begründeten jedoch Karikaturen, die er in Wiener Zeitungen wie "Der Floh", "Kikeriki" oder "Theaterfigaro" publizierte. 1859 bewarb sich Franz Gaul, der in Theaterkreisen als versierter Kostümkenner und Besitzer einer umfangreichen Sammlung von Kostümen und Kostümwerken bekannt war, vergebens um eine Anstellung als Kostümzeichner am Hofburgtheater. Trotz seiner Ablehnung begann er, selbständige Arbeiten für das Theater auszuführen. Dazu gehören das "Ludwig Löwe-Gedächtnisalbum" von 1858 (Anm. 2) und das "Wolteralbum" (Anm. 3). Letzteres enthält Kostümentwürfe für die Burgschauspielerin Charlotte Wolter (1834-1897). Diese Aquarelle, bei denen der Künstler noch eine Gesamtansicht mit Detailstudien kombinierte, zeigen seine anfänglich trockene und akademische Malweise. Sie lässt Vergleiche mit der Pinselführung eines Girolamo Franceschini (1820-1859) zu, der von 1849-1859 als Kostümbildner am Burgtheater engagiert war. Noch 1867 ist an der Kostümausstattung für Friedrich Halms Tragödie "Begum Somru", die Franz Gaul ein Jahr vor seiner offiziellen Bestellung an die Hoftheater als freier Mitarbeiter ausführte, die Anlehnung an die Formen- und Ausdruckssprache bereits etablierter Kostümzeichner ablesbar. Charakteristisch für diese Schaffensperiode Franz Gauls sind seine auffallend groß gezeichnete Figuren mit lang gezogenen Gliedmaßen. Die Gesichter arbeitet der Künstler noch lebensnah aus und folgt damit dem Stil von Albert Decker (1817-1871). - Ab dem 1. Juli 1868 arbeitete Gaul zunächst probeweise für ein Jahr an den Hoftheatern, woraus sich ein bis in das Jahr 1879 währendes Arbeitsverhältnis entwickelte. Damit beginnt Gauls produktivste Zeit, die in mehr als 2000 erhaltenen Kostümentwürfen dokumentiert ist. Franz Gaul begleitet 1869 die Hofoper bei ihrem Umzug in das neue Haus am Ring, das die Architekten Eduard van der Nüll (1812-1868) und August Sicard von Siccardsburg (1813-1868) erbaut hatten. Dieser Neubau an der Ringstraße bedingte umfassende Änderungen im Bereich des Ausstattungswesens. So musste, angepasst an die veränderten Raumverhältnisse und eine verbesserte Bühnentechnik, ein neuer Kostümfundus angelegt werden, dessen Gestaltung allein in Franz Gauls Händen lag. - Die folgenden Jahre waren geprägt von der Zusammenarbeit zwischen Gaul und Franz von Dingelstedt (1814-1881), der seit 1867 der Hofoper in Wien als Direktor vorstand. Dieser bekannte sich zur neuen Stilrichtung des Historismus, doch gab er dessen Prinzipien, wenn es sein Regiekonzept forderte, ohne Bedenken zu Gunsten visueller Effekte auf und spielte auch mit den symbolischen Konnotationen von Kostümen. Diese Arbeitsweise kam der seines Kostümzeichners entgegen, der seine Entwürfe zunehmend freier, weniger detailliert gestaltete. Im Jahr 1874 und 1875 arbeitet Franz Gaul an Projekten, für das die Wiener Hofoper auch den Maler Hans Makart (1840-1884) engagiert hatte. Gemeinsam entwickelten die beiden Künstler Kostüme für die Inszenierungen der "Arria und Messalina" und für die des "Tannhäusers" (Anm. 4). Am 30. Juni 1879 schied Franz Gaul, dem ein neues, größeres Arbeitsfeld in Aussicht gestellt wurde, vom Hofburgtheater aus und wechselte zur Hofoper, in deren Diensten er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1900 stand. Zu seiner Verpflichtung als "Kostüm-Maler" übernahm er dort die Leitung der technisch-administrativen Angelegenheiten des Hauses in der Funktion des "Oberinspectors und Vorstandes des Ausstattungswesens". Neben diesen Aufgaben verfasste Franz Gaul Ende des 19. Jahrhunderts erfolgreich Libretti für das Ballett. Diese Werke entstanden häufig in Gemeinschaft mit den Autoren Josef Hassreiter und Josef Bayer. (Anm. 5) Das Trio kreierte aufwendige Ausstattungsstücke, zu denen Publikumserfolge w. z. B. "Die Puppenfee" (1888) oder "Sonne und Erde" (1889) zu zählen sind. Franz Gauls Aktivitäten beschränkten sich jedoch nicht nur auf die Hoftheater. 1879 erhielt er anlässlich der Silberhochzeit von Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth einen prestigeträchtigen Auftrag: Nach Vorgaben von Alfred von Arneth (1819-1897), Direktor des Haus-, Hof- und Staatsarchivs, arrangierte er zusammen mit Hans Makart und Heinrich von Angeli (1840-1925) ein "Lebendes Bild". Sechs Szenen thematisierten die Geschichte des Hauses Habsburg und wurden im Palais des Erzherzogs Karl Ludwig von den Mitgliedern der kaiserlichen Familie aufgeführt (Anm. 6). Ende der achtziger Jahre betraute man den Kostümbildner im Zusammenhang mit den Plänen zur Gründung eines österreichisch-ungarischen Nationaltrachtenmuseums in Wien mit der Edition einer Photofolge, die in drei Bänden mit dem Titel "Österreichisch-ungarische National-Trachten" veröffentlicht wurde. (Anm. 7) Wahrscheinlich verhalf ihm diese Arbeit sowie seine hervorragende Kenntnis der Kostümkunde zu einem Folgeauftrag: 1893 publizierte Franz Gaul den Warenkatalog der Wiener Firma Loden-Plankl unter der Bezeichnung "Costüm-Album von National-Trachten und Typen für Damen". 1900 verließ Franz Gaul das Theater. Er sah sich zu diesem Schritt gezwungen, weil er sich nicht mit den Reformbestrebungen des Musiktheaters Gustav Mahlers (1860-1911), der seit 1897 als Direktor an der Hofoper fungierte, identifizieren konnte. Am 3. Juli 1906 verstarb Franz Gaul. Sein Nachlaß wurde ein Jahr nach seinem Tod von dem Wiener Kunstantiquariat Gilhofer u. Ranschburg verauktioniert. Der "Katalog einer hervorragenden Sammlung von Militär- und Civilkostümwerken und Kostümdarstellungen in Einzelblättern (XVI.-XIX. Jahrh.)" verzeichnete 2400 Nummern.
      (Anm. 1) Wurzbach, Constant von: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich, Bd. 5, 1859. - (Anm. 2) Graphische Sammlung des Österreichischen Theatermuseums, Wien, o. Inv.Nr. - (Anm. 3) Historisches Museum, Wien, Inv.Nr. 97.920-s.a. Wiener Theater. Bilddokumente 1660-1900 aus der Theatersammlung des Historischen Museums. Ausst.Kat. Historisches Museum 1971/72, Wien 1971/72, S. 61/62. - (Anm. 4) Zeh, Gisela: Das Bayreuther Bühnenkostüm, Reutlingen 1973. S. 42. - (Anm. 5) Hassreiter, Josef (1845-1940): Regisseur und Ballettmeister; Ausbildung am Kärntnertor-Theater; erste Engagements am Hoftheater München 1866-68 und Stuttgart 1868-70; 1890-91 Hofballettmeister, s. Santifaller, Leo: Österreichisches Biographisches Lexikon. 1815-1915, Bd. 2, Wien/Graz 1959, S. 205/206.-Bayer, Josef (1852-1913): Komponist, ab 1870 Mitglied des Hofopernorchesters; 1883-1913 Hofballettdirektor, s. Santifaller, Leo: Österreichisches Biographisches Lexikon. 1815-1915, Bd. 1, Wien/Graz 1957, S. 59. - (Anm. 6) Reissberger, Mara: Zum Problem künstlerischer Selbstdarstellung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts-Die lebenden Bilder, in: Zeman, Herbert (Hrsg.): Die österreichische Literatur. Ihr Profil im 19. Jahrhundert, Graz 1982, S. 741-769. - (Anm. 7) Österreichische Nationalbibliothek, Wien, Sign. 52832-C Alb. Ein Band umfasst jeweils 24 Blätter als Photograph wird J. Löwy, Wien vermerkt.- Das Österreichisch Biographische Lexikon. Bd. 1, o.O., 1957, S. 563 gibt 1881-86 als Entstehungszeitraum an.
    • Literatur:Thieme-Becker, Bd. 13, 1920
    • Normdaten:ULAN 500076322; GND 116467231
     
     
  • Sachbegriff:Entwurf
    Gattung:Zeichenkunst, vorbereitende Zeichnung
  • Material/Technik:Bleistift, Papier, aquarelliert, Pinsel


  • Maße:30,3 x 20,5 cm (Blatt)
  • Ortsbezug:Faktischer Entstehungsort: Wien
  • Sammlung:Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, Graphische Sammlung, Inventar-Nr. HB 22713, Kapsel-Nr. 1368h, Zugang: Ankauf
  • Inschriften, Marken, Wappen:Aufschrift: Fürstin Pauline Metternich. / 4. Mai 1885., Tusche (schwarz), Anbringungsort: unten links, Feder
  • Themen:Ikonographie: 61 BB 2 (Metternich, Pauline <Fürstin>) 11 * weibliche Personen, deren Namen bekannt ist
  • Bezugsperson:Adressat: Metternich, Pauline (Fürstin)
  • Datensatz von: Germanisches Nationalmuseum NürnbergGermanisches Nationalmuseum Nürnberg
 

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